Erläuterungen zum Nippo-Standard des Shiba

von Nobuo Atsumi

Wie die japanische Gedichtform "HAIKU", sind japanische Dinge oft kurz, einfach und präzise. Eine Übersetzung eines der bekanntesten Haiku von Matsuo Basho klingt folgendermaßen:

Ein alter Teich

Frosch springt

Ein Geräusch... Stille...

Der Nippo-Standard ist ebenfalls kurz und knapp, aber genau auf den Punkt geschrieben, die Essenz der japanischen Hunde beinhaltend. Die Pioniere von Nippo haben sorgfältig die Charakteristiken der einheimischen Jagdhunde in den Berghängen von Zentraljapan studiert und das Wesentliche in einer kurzen Zusammenfassung im Standard zusammengefasst.

Nachfolgend eine Übersetzung der Erklärungen des Standards (in verständlichen Worten) mit entsprechenden Kommentaren von Nobuo Atsumi.

1. Wesentliche Qualität und deren Erscheinung

Wenn ein Nippo-Richter Shibas in einer Show plaziert, versucht er, mehr die wesentlichen / inneren Qualitäten Japanischer Hunde als Ganzes zu sehen, weniger die verschiedenen Partien des Hundes. "Die wesentlichen/inneren Qualitäten sind "KAN-I", "RYOSEI" und "SOBOKU"

"KAN-I" bedeutet Stärke des Charakters/Wesens und Würde. Shibas können lebhaft und mutig/kühn sein ohne überflüssige Aggression bis zum Punkt der edlen Vorzüglichkeit.

"RYUSEI" bedeutet treu und gehorsam. Der Hund soll totales Vertrauen und Festigung zu seinem Besitzer haben, dies drückt eine vollständige Bindung und Partnerschaft aus.

"SOBOKU" bedeutet natürliche Schönheit von saisonabhängiger Entwicklung und allgemeiner Erscheinung. Dies zeigt sich durch verfeinerte Schlichtheit und nüchterne Eleganz".

Die inneren Qualitäten wie Konzentration, Intellekt und unerschrockene Präsenz sind die am meisten gewünschten Aspekte beim Shiba auf japanischen Ausstellungen. Als Jagdhunde sollen Shibas Selbstgelassenheit und Selbstsicherheit zeigen. Wenn erforderlich muss der Shiba mutig sein und mit schnellen Bewegungen reagieren. Shibas sollen scharfe und klare Sinne haben, sich schnell und leichtfüßig bewegen können mit mühelosen, elastischen Schritten" - diese Eigenschaften findet man nur bei Shibas in physischer Top-Kondition und einem ausgewogenen Körper.

2. Allgemeine äußere Erscheinung

"Als äußere Erscheinung ist es wichtig ist dass der Rüde eine entsprechend maskuline und die Hündin eine entsprechend feminine Erscheinung aufweist. Der Körper ist proportional ausgewogen mit einem kompakten Rahmen. Muskeln müssen gut ausgebildet sein und das Verhältnis Höhe zu Länge soll 100 : 110 betragen, bei Hündinnen geringfügig länger".

In Nippo-Shows werden niemals Rüden gewinnen die auf den ersten Blick irrtümlich für eine Hündin gehalten werden können. Einheitliches Aussehen bei den beiden Geschlechtern ist eine Fehlinterpretation der Erscheinung des Shiba. Rüden sollen starke, ausdrucksvolle Augen haben während die Augen der Hündinnen weicher wirken. Rüden haben eine dicke, starke, kräftige Schnauze, während diese bei Hündinnen weniger kräftig und eleganter ist. Das gleiche kann für die Ohren, den Nacken, die Körperstruktur, die Rute usw. gesagt werden. Das Schlüsselwort sind Stärke und Würde bei den Rüden, Eleganz und feminine Erscheinung bei den Hündinnen. Proportional ausgewogener Körper bedeutet Harmonie von Kopf, Nacken, Körper und der 4 Beine zum Ausdruck der physischen und mentalen Schönheit. Nippo-Richter sprechen von ‚Trockenheit' des Körpers als eine der wichtigsten Aspekte eines Siegerhundes. Dies ist ein gut konditionierter, trainierter Körper mit ausgebildeten sehnigen Muskeln die es ermöglichen, harte körperliche Aufgaben, die bei der Jagd erforderlich sind, zu bewältigen.

Die erlaubten Größenmasse sind 38 cm - 41 cm bei Rüden und 35 cm - 38 cm bei Hündinnen (Anm. d. Übers.: Größenangaben abweichend vom FCI-Standard).

links: der Shiba-Rüde                                                                                                               rechts: die Shiba-Hündin
beide mit deutlichem Geschlechtsgepräge